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PioneerIst das Medium "Buch" vom Aussterben bedroht? Werde diese nicht durch E-Books und Computer vollends ersetzt?

 

Ist das Medium "Buch" vom Aussterben bedroht? Wird diese nicht durch E-Books und Computer vollends ersetzt?

Ich habe mir neulich ein E-Book angeschafft. Die Qualität und auch das Format sind in etwa gleich wie bei einem Buch, ausser dass es viele Vorteile mit sich bringt:

  • Ich kann bis zu 10 Mio Seiten abspeichern, was einigen Kilo Büchern entspräche
  • Ich kann bequem nach Stichworten suchen
  • Kein Suchen von lesezeichen, keine zerknitterten Seiten und Eselsohren: Wenn mich was interessiert, setze ich einen Bookmark
  • Ich kann zoomen, wenn ich ein Bild ansehen möchte
  • Ich kann ein Wort bequem nachschlagen, wenn ich es nicht verstehe, da mein Reader mit dem WWW verbunden ist
  • etc...

Bald sollten biegbare Versionen auf den Markt kommen, etwa in der Dicke einer Zeitschrift, später gar eines Blattes. Somit frage ich mich - hat das Medium "Buch" eine zukunft?

Klar, es wird Leute geben, die den nostalgischen Wert eines Buches betonen, etwa so, wie man heute noch Oldtimer auf der Strasse sieht.

Argument, es ghörte zum guten Ton, ein Buch herauszugeben würden nichtig gemacht durch aktuelle und high-impact E-Publikationen.

Argumente, wonach ältere Leute lieber in Büchern blätterten würde nach 1-3 Generationen ebenfalls überholt.

Ich suche nach Argumenten, warum Bücher in Industrieländer nicht vom Aussterben bedroht sind. Meiner Meinung nach ist die Zeit dafür abgelaufen. Deine Meinung?

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Comments:

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  • Written by Thomas Verified User on Tuesday, Dec 29, 2009 at 10:32:41 AM
    ach ja: External Link http://www.amazon.com/Kindle-Amazons-Original-Wireless-generation/dp/B000FI73MA
    bin gespannt, ob Apple bald en i-Slade rausbringt. Aus den Lösungen entnehme ich einen empfindlichen Einbruch für die Bücherindustrie. Bin gespannt, wer recht hat ;-)
    Thomas
     
  • Written by Wolfgang Hermann Verified User on Thursday, Nov 19, 2009 at 10:56:39 PM
    Schliesse mich Urs und Thomas an.
    bücher sind "sehr einfach", gemessen an den div. technischen "errungenschaften" was doch genial ist. Deshalb ist das buch eine emotionale sache für mich.
    Jedoch die vorststellung unentwegt in einen bildschirm zu gaffen gefällt mir nicht. Beim buch weis ich was ich habe, papier, bedruckt auch dekorativ, ausserdem im idealfall wert beständig und sehr autark.
    Während die ganze elektronik mit gepiepse und geflimmer irgendwann nerv tötend wird, die vision dass die menschen als sklaven der selbst geschaffenen maschinen enden ist schon bestandteil des alltags in den industie ländern. Manche haben wenig soziale kontakte oder keinen partner, da fällt es natürlich wenig ins gewicht wenn eine ganze armada von geräten versorgt werden muss.
    E book nein danke, aber ich sehe mich nicht als repräsentativer teil der bevölkerung.
    Denke dass diese frage wohl eher die nächste generation entscheiden wird.
    Ein freund, schrieb ein buch, ein standardwerk für die halbleiter industrie. Es ist nur in buch form erhältlich, auch die neuauflage wird wieder als buch erhältlich sein, der preis ist jenseits von gut und böse aber es wird verkauft obwohl schon so mancher computer günstiger ist als dieses buch.
    Wolfgang Hermann
     
  • Written by Thomas Verified User on Wednesday, Oct 7, 2009 at 9:04:04 AM
    Besten Dank an Daniel, Verteidiger des klassischen Buches:

    "Ein Teil der Antwort steht ja schon in der Frage: Einige Leute möchten aus nostalgischen Gründen nicht auf Bücher verzichten. Wie bei vielem, gibt es auch bei Büchern viele verschiedene Vor- und Nachteile. E-Books werden sich in dem Masse durchsetzen, wie sie es schaffen, möglichst viele Vorteile und möglichst wenig Nachteile der klassischen Bücher zu haben.

    Einige Vorteile von normalen Büchern:

    - Sie sind billig: kleine Paperback-Editionen kosten nur wenige Franken und sind überall erhältlich, auch auf Flohmärkten und Brockenhäusern. Ein E-Book ist momentan viel teurer. Das hängt natürlich davon ab, wie teuer das eigentliche Gerät ist und wie teuer die einzelnen Texte.

    - Sie sind völlig unabhängig. Sie brauchen weder eine Stromversorgung noch eine Verbindung zum Internet. Wenn man ein Buch hat, dann hat man es. Bei E-Books können Dinge schiefgehen, die dann dazu führen, dass man die Texte (mindestens temporär) verliert.

    - Sie sind langlebig. Auch nach hundert Jahren ist ein Buch noch lesbar. Ein E-Book geht hingegen lange vorher kaputt. Elektronischer Speicher hält ebenfalls nicht so lange. Und es gibt dauernd Updates, neue Dateiformate etc.

    - Sie sind einfach. Man schlägt sie einfach auf und liest. Jeder versteht, wie ein Buch funktioniert. Bei E-Books braucht es ein gewisses Vorwissen.

    - Sie sind umweltfreundlicher. Das müsste man untersuchen, aber ich vermute, dass die gesamte Umweltbilanz eines Buches besser ist als die eines E-Books (Papierverbrauch vs. Elektronikschrott und Stromverbrauch). Das hängt natürlich auch von der Anzahl ab (Anzahl Bücher vs. Anzahl Texte auf einem einzigen E-Book).

    - Sie sind Statussymbole. Die Leute finden, dass ein volles Büchergestell toll aussieht. Es gibt dem Besitzer ein intellektuelles Image.

    - Sie befriedigen ein materielles Bedürfnis. Einige Leute schnuppern an Büchern, oder blättern darin, weil sie nur schon diesen Vorgang befriedigend finden. E-Books sind viel kühler und steriler. Hier kommt sicher auch der Gegensatz zwischen Natur und Technologie (Gut vs. Böse, für einige) zum Zug.

    - Sie sind etabliert. Die Leute sind Neuem gegenüber immer skeptisch, zumindest einige.

    Vermutlich gibt es noch einige andere Eigenschaften. Man sieht, dass viele der obigen Gegensätze sich in nächster Zeit verringern werden. E-Books werden immer mehr Nachteile gegenüber normalen Büchern wettmachen. Aber vermutlich wird es sehr lange dauern, bis alle Nachteile verschwunden sind -- falls es überhaupt dazu kommt. Es dürfte also noch sehr lange normale Bücher geben, auch wenn sich ihre Zahl möglicherweise kontinuierlich verringern wird. Allerdings muss man sagen, dass sich der Papierverbrauch im IT-Zeitalter eher erhöht als reduziert hat, ich bin mir also nicht so sicher, dass die Anzahl Bücher wirklich so rasch wieder abnehmen wird.

    Vermutlich wird sich das Verhältnis Buch/E-Book auch je nach Anwendung stark unterscheiden. Ein sehr gutes Potenzial für E-Books sehe ich bei Tageszeitungen. Diese möchten die Leute jeden Tag z.B. im Zug lesen, wo sie keinen Computer vor sich haben. Es würde auch viel weniger Altpapier geben ohne Zeitungen. Und bei Zeitungen gibt es sicher viel weniger nostalgische Gefühle als bei Büchern. Ich kann mir also gut vorstellen, dass das Zeitunglesen auf E-Books stark zunehmen wird, während man Klassiker wie "Herr der Ringe" weiterhin als ehrwürdiges Buch liest."
    Thomas
     
  • Written by Thomas Verified User on Wednesday, Oct 7, 2009 at 9:00:42 AM
    P. Tanner schreibt: "Ich denke nicht, dass Bücher vom Aussterben bedroht sind. Es ist doch noch etwas anderes, ein buch in den Händen zu halten als einen Bildschirm. Die CD's und Lp's sind ja auch nicht verschwunden nur weils jetzt Mp3 Player gibt. Viele Leute schätzen es doch noch etwas "spezielles" in den Händen zu halten."

    -> auch hier kurz: "Hacken verschwinden nie, es ist doch etwas anderes, Kartoffeln mit den blossen Händen und einer Hacke auszugraben, als mit einem Traktor Kartoffeln viel effizienter hervorzufördern"

    Hacken sind auch heute nicht verschwunden, allerdings hat deren Gebrauch drastisch abgenommen. Genau so wie Schallplatten oder grossformatige Disketten. Werden also Bücher auf den nostalgischen Wert hin reduziert?
    Thomas
     
  • Written by Thomas Verified User on Monday, Sep 28, 2009 at 11:05:13 PM
    ps Urs Heinz - Deine Parabel unten gefiel mir gut. Besten Dank!
    Thomas
     
  • Written by Thomas Verified User on Monday, Sep 28, 2009 at 11:04:35 PM
    Besten Dank für die zahlreichen Lösungen!
    Ich lese immer wieder Statements wie Folgendes: "Ich denke nicht, dass Bücher vom Aussterben bedroht sind. Es ist doch noch etwas anderes, ein buch in den Händen zu halten als einen Bildschirm. Die CD's und Lp's sind ja auch nicht verschwunden nur weils jetzt Mp3 Player gibt. Viele Leute schätzen es doch noch etwas "spezielles" in den Händen zu halten."

    Doch ist es nicht so, dass man auch sagen könnte: "Kartoffeln mit einem Traktor aus dem Boden zu spedieren ist nicht dasselbe, wie eine Kartoffel so richtig mit Händen aus dem Boden zu graben.", oder:
    "5 Tage für eine Reise gen Italien zu investieren ist niemals dasselbe with 1h im Fugzeug zu sitzen"

    Wenn ein Buch als Kunstgenuss betrachtet wird, dann durchwegs stimme ich zu. Doch wird ein Buch als Informationsmedium benutzt, dann schiene es mir, dass die Vorzüge bzgl Zweck eines E-Books das Buch überflügeln.
    Unbestritten scheint mir, dass Bücher prozentual an Gewicht verlieren und Platz den modernen Medien einräumen müssen. Bei welchen Prozentsatz sich die Bücher fangen entscheidet letzlich die Zukunft (und der Leser) und all die fleissigen VerlegerInnen, die für das Medium Buch kämpfen.
    Thomas
     
  • Written by Lukas Verified User on Wednesday, Sep 23, 2009 at 3:49:03 PM
    Ein herrlicher Kommentar. Damit ist die Frage tatsächlich beantwortet!
    Lukas
     
  • Written by Urs Heinz on Monday, Sep 21, 2009 at 10:04:26 AM
    Dazu eine kleine Geschichte:

    Neulich vor einem Lebensmittelladen im Quartier.

    „Ha! Jetzt geht's Euch Buchhändlern an den Kragen!“

    Ich drehte mich um, es war Eugen: „Wieso? Was meinst Du, die Preisbindungs-Sache?“

    „Nöö! Die E-Books natürlich. Hab mir so ein Ding angeschafft. Klasse, sag ich Dir. So groß wie ein Rechner und auf den kann ich den ganzen Stephen King herunterladen.“

    Eindruck zeigend äußerte ich mich mit „Wow!“.

    „Ja, ja! Einloggen, Kreditkartennummer eingeben und schon ist der Wälzer in meinem coolen E-Book.“

    „Und warum soll es uns Buchhändlern an den Kragen gehen?“, fragte ich ebenso cool zurück.

    „Na, ich hol mir das Buch mit Tastendruck im Pyjama nach Hause. Fertig mit Gequassel im Laden, und mit dem Altkarton durch die Büchersendungen ist auch Schluss.“

    „Hm ...“

    „Was 'hm'? Keine Panik?“

    „Nöö.“

    „Das ist doch mega, so ein E-Book.“

    „Was ist, wenn der Akku alle ist?“

    „Geht lange und wenn, dann wird eben ersetzt.“

    „Wenn Sonnencreme oder Sand daran kommt?“

    „Och, ich passe ein bisschen besser auf.“

    „Wenn das Display spiegelt oder die Sonne darauf scheint?“

    „Na dann setze ich mich in den Schatten.“

    „Wenn Du etwas markieren oder anmerken willst?“

    „Geht auch digital.“

    „Und wenn Du es ausleihen willst?“

    „Kann ich per Email.“

    Unterdessen betraten wir den Lebensmittelladen. (Eugen begleitete mich.) Ich ging auf eine Dame zu, die gerade in den Regalen herum räumte und fragte: „Verzeihung, können Sie mir bitte sagen wo ich den Rotwein im Tetra-Pak finde?“ Die Dame zeigte mir die Richtung und verdrehte dabei leicht die Augen. Dankend ging ich weiter, Eugen hielt mich an der Schulter fest und fragte: „Sag mal, Du trinkst doch nicht etwa Rotwein aus dem Karton.“ Ich blieb stehen und sah ihn an und sagte: „Eben.“

    Urs Heinz Aerni
    Urs Heinz
     

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