Gast Beitrag: Der digitale Arbeitsplatz – mehr als Social Collaboration
15.01.2017
Guest Post: Der Digitale Arbeitsplatz – mehr als Social Collaboration

Patrick Püntener
Sales Director Colygon

Drei Schritte vorausdenken, einen Schritt machen, agil und schnell. Das muss ein Unternehmen heute können, um morgen noch wettbewerbsfähig zu sein. Kulturelle Transformation, disruptive Geschäftsmodelle und technologische Revolution heissen die drei wichtigsten Herausforderungen, die auch vor unserem Arbeitsplatz nicht Halt machen. Für die einen digitale Transformation, für die anderen nichts weniger als die 4. industrielle Revolution, sind sie im Vergleich zum meisten bisher Dagewesenen gross – sehr gross.

Kommunikation und Zusammenarbeit verschmelzen

«Work like a network» heisst die Empfehlung von Jared Spataro, General Manager Enterprise Social bei Microsoft. Meine inzwischen 15-jährige Erfahrung im Bereich des Information Management bestätigt dies. Und noch etwas habe ich diesbezüglich festgestellt: Was altehrwürdigen Grosskonzernen immer und immer wieder gesagt werden muss, haben Startups längst selber erkannt. Statt die Hierarchieleiter hochzuklettern, organisieren sich junge Unternehmen in losen Netzwerken und leiten damit einen fundamentalen Wandel in der Art der Zusammenarbeit und der Kommunikation ein. Dass dem auch mit neuen Werkzeugen Rechnung getragen werden muss, ist klar. Konkret kommen die beiden bisher getrennten Disziplinen – Kommunikation und Collaboration – aus ihren Silos heraus und verschmelzen zu einer einzigen Plattform, dem Digital Workplace oder digitalen Arbeitsplatz.

Über den Schreibtisch und Unternehmensgrenzen hinweg

Der Digital Workplace, in dem der Austausch von Informationen und die Arbeit im gleichen virtuellen Raum stattfinden, wird so zum Herzstück der digitalen Transformation – es ist der Ort, wo der Mensch in der digitalen Welt arbeitet. Dabei kann und muss der digitale Arbeitsplatz meiner Meinung nach weit über den physischen, den Schreibtisch, hinausgehen. Er schafft es, Menschen und Wissen mit Hilfe stationärer und mobiler Geräte über organisatorische und Unternehmensgrenzen hinweg zu verbinden. Mitarbeiter mit Kollegen, aber auch mit Kunden und vernetzten Geschäftspartnern.

Relevante Inhalte dann, wenn man sie braucht

Mit dem von mir mitentwickelten und von Colygon patentierten Ansatz, Informationen aus der Kommunikation (sowohl klassisch wie auch Social) mit Arbeitsergebnissen aus der Collaboration, dokumentiertem Wissen in Dokumenten und in Wikis, sowie den zugrundeliegenden Prozessen in einer übergreifenden Plattform zu verknüpfen und die Relevanz von Inhalten mit Hilfe von Benutzerprofilen zu optimieren, bringen wir einen fundamentalen neuen Faktor ins Spiel: Semantik. Informationen werden nicht mehr auf Grund Ihres Inhalts gefunden, sondern auf Grund ihrer Bedeutung – Ihres Zusammenhangs mit aus Business-Sicht wichtigen Kontexten, wie zum Beispiel Kunden, Produkten oder Projekten. Die Antwort auf Fragen wie «Zeig mir alle Verträge zu allen Kunden in Europa, die ein bestimmtes Produkt vor einem halben Jahr in einem Projekt eingesetzt haben» liegt dank Semantik plötzlich nur noch ein paar Klicks entfernt.

Implizites Wissen zugänglich machen

Könnte man nun dieses enorme Reservoir an Information noch mit dem impliziten Wissen, das in den Köpfen der Mitarbeiter steckt, in Verbindung bringen, wäre das hoch interessant. Genau daran habe ich gedacht, als ich die Lösung von Starmind zum ersten Mal sah. In der Folge haben wir den Index unserer Digital Workplace Plattform «MatchPoint Snow» mit Hilfe von Starmind weiter angereichert. Entstanden ist eine Kombination zwischen unserer semantischen Engine und neuronaler Technologie, mit der Unternehmen sowohl das explizite Wissen (Dokumente, Webseiten, News, Social Posts, Wikis etc.) wie auch das implizite Wissen (Fragen und Antworten aus Starmind) mit den gleichen Topics verbinden und per Mausklick zusammenziehen können – inkl. Link zu den entsprechenden Experten. Das Potential aus dieser Kombination ist enorm, denn damit haben wir das letzten fehlende Bindeglied geschaffen zwischen den Themen, die aus der «offiziellen» Kommunikation und der elektronischen Zusammenarbeit entstehen, mit denen, die im Unternehmen gerade hochaktuell sind und zu reden geben.

 


Kurzbio Patrick Püntener

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Patrick Püntener ist Mitgründer und Mitglied der Geschäftsleitung der Colygon AG, einem Schweizer Digital Workplace Software Pionier. Er hat einen Master of Science und verfügt über 15 Jahre Erfahrung im Bereich der digitalen Informationsverarbeitung. Als Verwaltungsrat, Speaker, Kolumnist und Autor von Fachartikeln gilt er als einer der renommiertesten Experten der Schweiz auf diesem Gebiet. Er unterstützt Grossunternehmen und mittelständische Betriebe als Berater bei ihrer digitalen Transformation.

colygon.com

 

 

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